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Ausfallende Zugverbindungen nach Sylt und Einschränkungen im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein

IC-Zugverbindung nach Sylt- bisher ein Erfolgsmodell

Bislang war Sylt die einzige Nordseeinsel, die mit Fernzügen direkt aus der ganzen Republik zu erreichen war. Es gab ein- bis zweimal täglich IC-Fernzugverbindungen von Dresden über Berlin, von Frankfurt/Main über die Main/Weserbahn und von Köln durchs Ruhrgebiet nach Sylt, umsteigefrei und mit attraktiven Fahrzeiten. Zudem hatten die Züge noch Kurswagen nach Dagebüll, sodass die Inseln Föhr und Amrum ebenfalls gut zu erreichen waren. Diese Verkehre funktionierten jahrzehntelang reibungslos, waren immer gut ausgebucht und boten attraktive Gesamtreisezeiten. Schlicht sie waren beliebt, besonders bei älteren Fahrgästen und Familien, konnte man doch so sein Urlaubsziel ohne Zugwechsel mit dem Risiko der Unterbrechung der Reisekette erreichen. Das ist besonders bei Reisen mit großem Gepäck, Fahrrädern oder mit Kindern ein überzeugendes Argument für die Nutzung der Bahn.

Einstellung/Reduzierung der Fernzugverbindungen – Flop vorprogrammiert

Nun teilt die DB den Reisenden mit, dass gerade zur kommenden Ferienzeit diese Zugverbindungen ausfallen und die Reisenden bitte ab Hamburg den Regionalverkehr nach Sylt nutzen mögen. Dieser ist aber schon seit Jahren von zunehmender Unpünktlichkeit, häufigen technischen Störungen und vor allem viel zu geringem Sitzplatzangebot geplagt. Die derzeit im Regionalverkehr eingesetzten Züge reichen gerade einmal für die Bewältigung des normalen Pendlerverkehrs auf dieser Strecke aus und sind besonders an Sommerwochen-enden oft heillos überfüllt. Wie dann diese Züge noch die Reisenden aus den täglich 5 ICE-Verbindungen mit jeweils rund 700 Sitzplätzen aufnehmen sollen, bleibt Rätsel der DB. Allein die Vorstellung, sich mit Kinderwagen und großem Reisegepäck in Hamburg in die ohnehin überfüllten Züge für die dreistündige Reise von Hamburg nach Sylt quetschen müssen, ist Abschreckung genug überhaupt mit der Bahn zu fahren.

Wie die DB auch die treusten Bahnkunden vergrault

Konzentration der Bahnverkehre auf den Hauptbahnhof erweist sich als schwerer Fehler

Hinzu kommt eine besonders Hürde. Immer mehr ICE-Züge aus der ganzen Republik lässt die DB am Hauptbahnhof enden. Der Zug nach Sylt fährt aber ab Hamburg-Altona. Dann mit großem Gepäck durch den überfüllten Hauptbahnhof sich in die auch häufig überfüllte S-Bahn zu zwängen, um dann nach Altona zu gelangen, um den ebenfalls vollen Regionalexpress nach Sylt zu erreichen, nimmt einem garantiert jede Urlaubsfreude.

Umgekehrt ist bei der Rückreise nach diesem Stress die ganze Erholung hin. Monatelange Sperrung der Verbindungsbahn hängt Schleswig-Holstein ab.

Die nächste Erschwernis steht ab Ende Juni an. Dann wird die DB wegen des Einbaus der neuen Sternbrücke die Bahnstrecke über die Verbindungsbahn komplett (für Fern-/Regional- / Güterverkehr und die S-Bahn) sperren. D. h. alle Reisenden von Hamburg Hbf. nach Kiel, Flensburg, Kopenhagen und an die schleswig-holsteinische Westküste müssen mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof nach Altona gelangen. Wobei nach den bisherigen Planungen der DB noch nicht einmal sicher ist, dass alle Regionalzüge nach Neumünster/

Kiel/Flensburg Itzehoe, Husum/Westerland dann ab Altona fahren werden, oder ob die DB wieder auf die schon in der Vergangenheit fehlgeschlagenen Idee kommt, die Züge erst ab Pinneberg einzusetzen, was die Reisezeiten nochmals verlängert und das Chaos beim Umsteigen noch vergrößert.

Neue ICE-L-Züge erweisen sich als technisches Debakel

Der Ausfall der IC-Züge nach Westerland folgt auch dem technischen Debakel, welches die DB derzeit mit den fabrikneuen ICE-L-Talgozügen erlebt. Abgesehen davon, dass die Züge zu eng sind, nur 562 Sitzplätze (entspricht der Kapazität von nur 7 alten IC-Wagen!) und zu wenig Gepäckablagemöglichkeiten haben, erweisen sich neben der Elektronik auch die neuartigen Einachslaufwerke als störanfällig und bieten nur einen sehr schlechten Fahrkomfort. Es rumpelt unaufhörlich, und jeder Schienenstoß und jede Weiche werden direkt an die Fahrgäste weitergegeben, so dass man meinen könnte, der Zug hätte keine Stoßdämpfer. Zudem sind die Lokomotiven für diese Züge noch nicht zugelassen, daher hat die DB Knappheit an Rollmaterial, was die Streichung der IC-Fernverbindungen nach Sylt erklären könnte. Leider wurden die bewährten und beliebten IC-1-Wagen überhastet und voreilig ausgemustert.

Prellbock Altona fordert daher:

  1. Wiedereinsetzung der alten lokbespannten IC-Waggonzüge auf den Strecken von Dresden/Berlin, Frankfurt/Main und Köln nach Westerland.

  2. Führung dieser Züge während der Sperrpause auf der Verbindungsbahn über die Güterumgehungsbahn. Dies bedingt einen zusätzlichen Fahrtrichtungswechsel am Hamburger Hauptbahnhof, der aber auch gleichzeitig für den sonst in Itzehoe stattfindenden Traktionswechsel genutzt werden kann.

  3. Sämtliche Regionalzüge in den Norden und Westen Schleswig-Holsteins sind ab Altona einzusetzen.

  4. Die Züge nach Kopenhagen und Stockholm verkehren ebenfalls ab Altona.

  5. Schnellstens umfassende und detaillierte Information der Öffentlichkeit über die veränderten Abfahrtsbahnhöfe und zwar nicht erst wenige Tage vor Beginn der Sperrungen

  6. Umfassende Ausschilderungen der Umleitungswege

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