Zweiteiliger Regionalzug mit gelb-roter Front fährt auf Gleis durch grüne Landschaft mit Bäumen und Dorf im Hintergrund Foto: Lumdatalbahn e. V.
Zweiteiliger Regionalzug mit gelb-roter Front fährt auf Gleis durch grüne Landschaft mit Bäumen und Dorf im Hintergrund


Der Verein Lumdatalbahn e.V. widerspricht der von den CDU-Ortsverbänden Staufenberg, Lollar und Allendorf/Lumda geäußerten Kritik an der Reaktivierung der Lumdatalbahn.
Der Mehrwert der Lumdatalbahn für die Bevölkerung wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Auch in der seitens der CDU-Untergliederungen besonders kritisierten Standardisierten Bewertung, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Diese Studie war vom Zuschussgeber Bundesrepublik gefordert worden, um für das im Grundsatz beschlossene Projekt Lumdatalbahn abschließend sicherzustellen, dass die Bundesmittel tatsächlich nutzbringend investiert werden. Das ist ein im Planungswesen üblicher Vorgang und hat mit einer politischen Diskussion um das Pro und Contra von Schienenstrecken rein gar nichts zu tun. Und genau diesen „Elchtest“ hat die Lumdatalbahn bestanden, trotz zwischenzeitlich gestiegener Baukosten.
Baukostensteigerungen dürften im Jahr 2026 auch für die CDU-Untergliederungen kein unbekanntes Phänomen sein. Ebenso, dass den gestiegenen Kosten auch ein gestiegener volkswirtschaftlicher Nutzen entgegensteht. Den Nutzen wollen die CDU-Verbände allerdings nicht anerkennen, obwohl sie mit dem früheren Regierungspräsidenten Wilfried Schmied eigentlich einen ausgewiesenen Experten für volkswirtschaftliche Prozesse in ihren Reihen haben. Die CDU-Untergliederungen argumentieren, dass die Lumdatalbahn pro Jahr nur 0,86 Millionen Euro an „kaufmännisch belastbaren“ Einnahmen erziele. Das öffentliche Verkehrswesen ist tatsächlich aber kein Kaufmannsladen. Es gibt einen politischen Konsens darüber, dass die Bahn zum Klimaschutz, zur Unfallvermeidung und zur Attraktivitätssteigerung des ländlichen Raumes beitragen soll. Zu diesem Zweck werden die Ticketpreise niedrig gehalten, vor allem durch das Deutschland-Ticket.
Daran ist derzeit auch und vor allem die CDU-geführte Bundesregierung mit ihrem CDU-Verkehrsminister beteiligt. Wenn die lokalen CDU-Untergliederungen so tun, als gäbe es noch die Deutsche Bundesbahn und alle Einnahmen müssten an einem Fahrkartenschalter erwirtschaftet werden, dann verharren sie im verkehrs- und umweltpolitischen Denken der 1970er Jahre. Die Bahn von heute hat gesellschaftspolitische Aufgaben, und genau dafür wird sie vom Bund und den Ländern mit finanziellen Ressourcen ausgestattet. Ressourcen, von denen nach Start der Lumdatalbahn auch das Lumdatal profitieren wird.
Die von den CDU-Untergliederungen Staufenberg, Lollar und Allendorf/Lumda genannten Alternativen überzeugen nicht. Der Trend zum Homeoffice hat bislang keineswegs zu einem abnehmenden Bedürfnis nach Mobilität geführt. Auch wenn der klassische Berufsverkehr an Bedeutung verliert, so steigt die Nachfrage in den Segmenten Ausbildungs- und Freizeitverkehr teils deutlich an. Auf Robotaxis möchten die jungen Menschen im Lumdatal sicher auch nicht warten. Und wenn die CDU-Untergliederungen die Wohnortnähe der Bushaltestellen ins Spiel bringen und gleichzeitig eine drastische Kürzung der Bus-Fahrzeiten für möglich halten, dann ist das ein Widerspruch in sich. Denn je öfter ein Bus hält, desto weniger verdient er das Prädikat „Schnellbus“.
Die Lumdatalbahn wird ein vielschichtiges, gut nutzbares Verkehrsangebot schaffen. Für den Lokalverkehr zu den Nahversorgungszentren oder Ärztehäusern bleibt ein stabiles Busangebot erhalten. Für alle Fahrten nach Gießen und darüber hinaus wird es die schnelle Lumdatalbahn geben. Um die Bahn zu nutzen, legen Menschen auch etwas weitere Wege zu den Stationen zurück. Das zeigen die Erfahrungen in Lich, Grünberg, Lollar und anderswo. Alles Orte, in denen die Bahnstationen gut frequentiert werden und es dennoch Busangebote für den Lokalverkehr gibt.

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