Vor einem Bus stehen Fahrgäste Foto: ki generiert
Vor einem Bus stehen Fahrgäste

 

In den kommenden zehn Jahren plant die staatseigene Deutsche Bahn AG fast 40 umfangreiche Generalsanierungen im Schienennetz, darunter auf den Strecken Frankfurt (Main) - Mannheim, Hamburg - Berlin, Hagen - Köln, Nürnberg - Regensburg, Lehrte - Berlin und Rosenheim - Salzburg. Das durchführende Unternehmen DB Infrago steht vor erheblichen organisatorischen Herausforderungen, die durch eine unsichere Finanzierung durch den Bund zusätzlich erschwert werden.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) weist auf häufig auftretende Mängel im Bereich der Busersatzverkehre hin, die sowohl bei bereits abgeschlossenen als auch bei laufenden Sanierungsprojekten aufgetreten sind und auftreten. Regelmäßig werden zu kleine Ersatzfahrzeuge bereitgestellt, was zu Überfüllungen führt. Die Mitnahme von Fahrrädern ist grundsätzlich ausgeschlossen, und der Platz für die Mitnahme von Rollstühlen, Rollatoren und Kinderwagen ist oft unzureichend bemessen. Zudem gibt es wiederholt Hinweise auf den Einsatz von ortsunkundigem Personal, was zu zusätzlichen Belastungen für die Reisenden führt.

Diese Mängel, die sich bundesweit regelmäßig wiederholen und insbesondere in den ersten Wochen nach Baubeginn besonders stark ausgeprägt sind, erfordern nach Ansicht des DBV eine grundlegend neue Herangehensweise an die Planung, Durchführung und Nachsteuerung von Ersatzverkehren.

Aktuell werden die Ersatzverkehre durch DB Infrago bestellt und finanziert. Obwohl die betroffenen Kommunen mindestens 50 Prozent der anfallenden Kosten tragen müssen, haben sie nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Einflussnahme. Sie haben keinen Einblick in die Verträge zwischen DB Infrago und den beauftragten Busunternehmen und werden in den "Abstimmungsgesprächen" oft als Bittsteller behandelt.

Nach Auffassung des DBV fehlt in den aktuellen Beratungsprozessen die Expertise der unmittelbar Betroffenen: der Reisenden. Ihre Kenntnisse über relevante Probleme wie regelmäßige Staus, Kapazitätsengpässe im Berufsverkehr oder irreführende Ausschilderungen zur Haltestelle des Ersatzverkehrs würden Probleme vermeiden helfen und die Akzeptanz erheblich verbessern.

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