Personen in einem Linienbus. Foto: Mitchell Johnson, unsplash.com
Personen in einem Linienbus.

(Korrektur 25.03.2026)

Bundesregierung ignoriert dennoch das Potenzial

Die Antwort auf die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion „Die Linke“ (Nr. 21/4498, https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1155064) unterstreicht aktuell die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung des Deutschlandtickets.

Trotz eines deutlichen Zuwachses von 12,9 Millionen Monats-Abonnements im Jahr 2025 (Gesamt: 170,8 Millionen Abonnenten pro Monat) bewertet die Bundesregierung das Deutschlandticket weiterhin primär als kaum zu stemmende finanzielle Belastung. Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) weist auf die eklatante Diskrepanz zwischen dieser Darstellung und der tatsächlichen Wirksamkeit hin: Bei jährlichen Kosten von 1,5 Milliarden Euro für Bund und Länder beläuft sich die finanzielle Belastung pro Abonnent auf lediglich 17,56 Euro pro Monat (zur Erinnerung: der Preis für die Fahrgäste beträgt zur Zeit 63 Euro).

Der DBV betont, dass das Ticket mit einer Marktdurchdringung von 20 % der Bevölkerung bereits jetzt als wirksame Entlastungsmaßnahme bei steigenden Spritpreisen ist. Der infas-Evaluationsbericht bestätigt zudem die positive Bindungswirkung und Erschließung neuer Kundengruppen. Trotz dieser Erfolgsbilanz blieb die Idee des DBV an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) aus dem Oktober 2025, alle Akteure (auch Kundenverbände) zu einem Runden Tisch zur Weiterentwicklung des Tickets einzuladen, unbeantwortet.

„Wir fordern konsequent die Aktivierung der naheliegenden und schnell umsetzbaren Verbesserungspotenziale beim Deutschlandticket zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs als sozial- und umweltpolitische Alternative“, so der DBV. Die steigenden Nutzerzahlen 2026 bestätigen dennoch den vorhandenen Bedarf an einem attraktiven ÖPNV.

Die Bundesregierung ignoriert nicht nur die Möglichkeit der Entlastung bei den Mobilitätskosten durch eine verstärkte Nutzung von Bahn und Bus, sondern auch die Chance, durch gezielte Weiterentwicklung das Ticket zu einer Schlüsselkomponente der Verkehrswende und als Lösung bei steigenden Spritpreisen zu machen.

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Am 25.03.2026 haben wir den Text korrigiert. Bei der Berechnung wurde versehentlich unterschlagen, dass es sich um Abonnements pro Monat handelt. Zudem wurde der Hinweis auf die geplante Förderung von Elektropkw gestrichen.

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