In einem Regionalexpress ist das Fahrradabteil mit Fahrrädern vollgestellt. Foto: Christian Wend
In einem Regionalexpress ist das Fahrradabteil mit Fahrrädern vollgestellt.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) unterstützt die Forderungen des ADFC zur Verbesserung der Fahrradmitnahme in Zügen


Das Potenzial, Menschen vom Auto auf die Kombination aus Fahrrad und Bahn zu verlagern, ist groß. Im März 2026 veröffentlichte der ADFC (aktuell 240.000 Mitglieder) seine „Positionen“ zur Fahrradmitnahme. Ziel ist es, die Fahrradmitnahme so einfach zu gestalten wie die eines Koffers.

Der DBV sieht die Verbindung von Rad und Bahnverkehr als wichtig für die Mobilitätswende an. Zuvor hatten DBV und ADFC in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe (inzwischen aufgelöst) ähnliche Positionen formuliert. Der DBV betrachtet die Fahrradmitnahme im Nah- und Fernverkehr als Ergänzung, nicht als Gegensatz. Sie fördert den Umstieg vom Auto auf den Umweltverbund und ist somit ideal für Alltagsmobilität und Tourismus.

Kritisch ist, dass die Bundesregierung den Fokus bei der Mobilität zu sehr nur auf das Auto legt und die Fahrradmitnahme politisch und finanziell kaum fördert. Es macht den Eindruck, als ob für sie eine Mobilität ohne Auto überhaupt nicht denkbar ist.

Forderungen nach einem Verbot der Fahrradmitnahme zur Lösung von Nutzungskonflikten lehnt der DBV ab. Diese sind kontraproduktiv, lösen keines der bestehenden Probleme und widersprechen klimapolitischen Zielen. Es hilft nur der Ausbau des Angebotes, wenn die Nachfrage hoch ist. Ein Vergleich: Niemand würde bei Autobahnstaus vorschlagen, das Auto stehen zu lassen und am Zielort ein Mietwagen zu nehmen.

Nutzungskonflikte für Reisende ohne Fahrrad entstehen durch Kapazitätsmangel und längere Haltezeiten. Oft sind betroffene Relationen bekannt, aber es erfolgt keine Taktverdichtung oder Zugverlängerung. Dies ist keine Schuld der Reisenden. Im Fernverkehr sind Fahrradstellplätze im Sommer oft früh ausgebucht, was auf eine bewusste, wirtschaftliche Begrenzung des Angebots hindeutet. Die Kombination aus Rad und Zug ist zentral für nachhaltige Mobilität und löst das „letzte Kilometer“-Problem.

Laut Fahrrad-Monitor des ADFC von 2023 sind 46 Prozent der Befragten bereit, das Rad öfter zu nutzen, und 31 Prozent der Pendler würden umsteigen - bei besserer Infrastruktur. Der DBV fragt, warum Politiker diese Bereitschaft nicht nutzen. Der ADFC betont, dass eine einfache Verknüpfung von Rad und Bahn Menschen vom Auto auf den Umweltverbund bringt. Durch ausreichende Kapazitäten, barrierefreie Stellplätze und einheitliche Regelungen soll das Verlagerungspotenzial genutzt und ein Fahrgastzuwachs erzielt werden. Dies reduziert Emissionen und entlastet die Straßen. Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen (und wahrscheinlich auch weiter steigenden Energiekosten) würde die Kombination aus Fahrrad und Bahn die Chance bieten, eine preiswerte Alternative zum Auto zu sein.

Zurück zur Übersicht