Haltestelle mit Wartehäuschen, Sitzbank und drei wartenden Personen auf dem Bürgersteig neben einer Straße ki generiert
Haltestelle mit Wartehäuschen, Sitzbank und drei wartenden Personen auf dem Bürgersteig neben einer Straße


Der Deutsche Wetterdienst verzeichnet für Deutschland seit Jahren steigende Durchschnittstemperaturen. Der Durchschnittswert lag 1990 bei 9,5 Grad Celsius und stieg bis 2025 auf 10,1 Grad Celsius. Auch die Anzahl der heißen Tage nimmt zu. Der Deutsche Wetterdienst definiert heiße Tage als Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Dieser Trend ist im Jahresvergleich erkennbar, auch wenn es einzelne Jahre mit abweichenden Werten gibt. 1960 gab es 1,31 heiße Tage. 2020 waren es 11,4 Tage, 2024 12,5 Tage und 2025 11,1 Tage.

Schutzmaßnahmen vor Hitze, Kälte und anderen Extremwetterereignissen gewinnen in Städten an Bedeutung. Der DBV fordert daher, bauliche und verkehrliche Maßnahmen im öffentlichen Verkehr zu berücksichtigen. Das Warten auf Bahn und Bus kann bei praller Sonne oder Starkregen zur Belastung werden. Dies gilt unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.

Es wurden kurz-, mittel- und langfristige Aufgaben identifiziert, die umgesetzt werden können und sollten:

  • Jede Haltestellenanlage muss einen wirksamen und ausreichenden Wetterschutz bieten.
    Als Grundregel gilt, dass der überdachte Bereich so lang sein muss wie das im Regelverkehr dort haltende Fahrzeug.
    Ein Schutz ist nur dann ausreichend, wenn neben dem Dach auch die längste Rückseite geschützt ist.

  • An größeren Stationen sind Trinkbrunnen zu installieren.

  • Für mindestens 10 Personen pro Teilanlage sind im überdachten Bereich Sitzgelegenheiten anzubieten.

  • Die Anzahl der Sitzplätze soll fünf Prozent der dort überwiegend verkehrenden Fahrzeuge entsprechen.

  • Vorhandene Bahnsteigdächer und sonstige Überdachungen sind unter Berücksichtigung statischer Möglichkeiten zu begrünen oder mit Solarpanelen zu versehen.

  • Sind in unmittelbarer, fußläufig erreichbarer Nähe Gebäude vorhanden, ist anzustreben, dass diese für Wartezeiten nutzbar sind.
    Lärmschutzwände und Freiflächen sind zu begrünen.

  • Alleeartige Bepflanzungen entlang der Gleise und an Haltestellenanlagen senken die Temperaturen spürbar und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

  • Müssen dazu Flächen für den Individualverkehr aufgegeben werden, ist dies als nachrangig hinzunehmen.

  • Versiegelte Flächen sind zu entsiegeln.

  • Fahrzeuge sind, wenn dies betrieblich möglich ist, auch schon vor der Abfahrtszeit für den Aufenthalt bereitzustellen.

  • Für das Personal sind geeignete Aufenthaltsflächen mit Erfrischungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit den Personalvertretungen vorzusehen.
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