Chemnitzer Modell: Inbetriebnahme Chemnitz – Aue

DBV sieht Potenzial und Vorbildfunktion für die Neuausrichtung des Schienenverkehrs in anderen Regionen

In Karlsruhe und Kassel fahren bereits seit Jahren Straßenbahnen – sehr erfolgreich! - in der Stadt und außerhalb der verdichteten Innenstadt auf Eisenbahngleisen.

Diese „Grenzüberschreitung“ bietet viele Möglichkeiten, durch Aufheben der klassischen Trennung von ÖPNV (Bus/Straßenbahn) und SPNV (S-Bahn, Regional) neue Potenziale zu erschließen. Typische Verkehrsprobleme, wie etwa extrem belastetende Kfz-Pendlerströme, sind durch ein gutes öV-Angebot vermeidbar.

Die Straßenbahn, die außerhalb der verdichteten Innenstädte entweder auf reaktivierten Gleisen oder im regulären Eisenbahn-Fahrplan „mitschwimmt“, ist nach Meinung des Bahnkunden-Verbandes in Deutschland eine Chance, Autofahrern eine Alternative zum Zweit- oder sogar Drittwagen zu bieten.

Was die Stadt Chemnitz und die umliegenden Landkreise seit über 10 Jahren konsequent umsetzen (am 16. Dezember 2002 wurde das erste Teilstück eröffnet), ist von Anfang an ein Erfolg. Die Verfünffachung der Fahrgastzahlen (vom mittleren dreistelligen hin zu deutlichen vierstelligen Nutzerzahlen) sind inzwischen kein Aufreger mehr, sondern Normalität. Bei der Stufe 2 soll es in Chemnitz nicht bleiben. Weitere drei Inbetriebnahmeteile ins Umland sind im Bau bzw. geplant.

Aus Sicht der Fahrgäste bieten Straßenbahnen auf Eisenbahngleisen eine bequeme Art der Mobilität; diese Fahrzeuge sind in der Regel auch vollständig barrierefrei. So wird der Einstieg in den Ausstieg der Autonutzung zum Kinderspiel. Neben einem dichten Takt tragen auch umsteigefreie Verbindungen mit dazu bei.

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